Was ist Chainlink (LINK)? Erklärt in einfachen Worten.

Di 23 Nov 2021 ▪ 11h47 ▪ 8 Minuten Lesezeit - von Katharina Haas

LINK ist die systemeigene Währung des Chainlink-Projekts, eines dezentralisierten Netzwerks für Oracles. Oracles sind spezielle Knoten des Chainlink-Netzwerks, die die Interaktion verschiedener Blockchain- Dienste und Smart Contracts ermöglichen, und Informationen von außen erhalten. Oracle-Dienste werden schon von traditionellen Unternehmen genutzt, die Blockchain-Technologien ausprobieren und Informationen aus Krypto-Netzwerken verwenden. Im Chainlink-Netzwerk gibt es zwei Haupttypen von Teilnehmern: Datenkonsumenten (häufiger sind dies Smart Contracts) und Datenanbieter – verschiedene Dienste und andere Blockchains. Chainlink verbindet sie, indem es Daten von Anbietern an Konsumenten liefert. Dafür erhält das Chainlink-Oracle-Netzwerk Belohnungen in LINK-Token. Mit anderen Worten, Datenkonsumenten bezahlen Oracles für die Bereitstellung von Daten.

Das Chainlink-Projekt wurde im Juli 2017 von einer Non-Profit-Organisation SmartContract aus San Francisco ins Leben gerufen. Im selben Jahr fand ein ICO statt, bei dem 32 Millionen US-Dollar an Fördermitteln für das Projekt eingebracht wurde. Der LINK-Token-Preis lag damals bei 0,19 US-Dollar. Oktober 2021 beträgt der Token-Wert 24 US-Dollar (ein Anstieg um das 125-fache) und die Marktkapitalisierung beträgt 11,5 Milliarden US-Dollar (18. Platz in der Liste aller Kryptowährungen).

Im Mai 2019 wurde Chainlink im Ethereum-Mainnet gestartet.

Projektidee

Im Kern ist jede Blockchain nur ein Daten-Ledger, das als Kette von Blöcken organisiert ist. Jede Blockchain wird für einen bestimmten Zweck erstellt und die Grundlage ihrer Arbeit sind Daten. Natürlich arbeitet die Blockchain nicht „im luftleeren Raum“, sondern erfüllt eine ganz konkrete und praktische Aufgabe. Die Blockchain und ihre Smart Contracts benötigen Daten, um mit der „Außenwelt“ interagieren zu können. Aber wo? Sie brauchen dazu irgendwelchen Datenanbieter. Und hier kommen Oracles zur Hilfe, die Daten an die Blockchain liefern. Oracles können zentralisiert werden — diese verlassen sich auf nur eine Datenquelle, und dezentralisiert. Letztere sind ein Netzwerk von Oracles, die Daten aus verschiedenen Quellen sammeln. Nach solchem Prinzip agiert Chainlink.

Das Chainlink-Netzwerk besteht aus zwei Teilen: der Off-Chain und der Blockchain selbst. Der Off-Chain-Teil ist ein Netzwerk von Knoten, die mit dem Ethereum-Netzwerk verbunden sind, Daten aus externen Quellen sammeln und an Datenkonsumenten senden. Die Blockchain filtert Oracles und wählt diejenigen aus, die zu den Smart Contracts der Benutzer passen, d.h. den Datenempfängern. Daten werden an Benutzer von ausgewählten Oracles gesendet. Wenn beispielsweise der Smart Contract eines Benutzers Daten von der New Yorker Börse braucht, muss er beispielsweise keine Daten von der Uniswap-Börse empfangen, sondern nur Daten, die von der an New Yorker Börse gebundenen Oracles bereitgestellt werden.

Alle LINK-Token wurden auf einmal ausgegeben und ihr Gesamtangebot beträgt 1 Milliarde Token. Allerdings befinden sich derzeit nur 420 Millionen im freien Umlauf; die restlichen Token werden vom Entwicklungsteam für die Entwicklung des Projekts verwendet.

Das Chainlink-Netzwerk verwendet ERC677-Token, die fast vollständig mit dem ERC-20-Standard kompatibel sind. Mit LINK-Token bezahlen die Datenkäufer die Dienste von Oracles, d.h. sie kaufen damit Daten.

Operatoren, also Knotenbetreiber, müssen LINK-Token für ihre Arbeit an ihren Adressen blockieren.

Darüber hinaus können Token an den Börsen wie Coinbase, Binance, Huobi und anderen gekauft und verkauft werden. Da LINK-Token in ihrer Funktionalität Ethereum ähnlich sind, können sie auf jeder Wallet gespeichert werden, die ETH unterstützt.

Chainlinks Vorteile gegenüber anderen Oracles

Chainlink ist eine dezentrale Plattform für Oracles, und das unterscheidet das Projekt vorteilhaft von anderen. Und welche Vorteile gibt einem Netzwerk die Dezentralisierung? Zentralisierte Oracles verwenden nur ein Oracle. Wenn die Datenquelle also ungültig ist, erhält der Benutzer fehlerhafte Daten. In einem dezentralen Netzwerk hingegen arbeiten mehrere Oracles, die Informationen validieren, eine Einigung über die Gültigkeit der Daten erzielen und die Daten an die Empfänger weiterleiten. Um Oracles zu überprüfen und die Zuverlässigkeit ihrer Daten festzustellen, wird das Chainlink Validation System verwendet.

Außerdem sind zentralisierte Oracles die einzige Datenquelle für Protokolle, und das Hacken eines solchen Oracles kann schlimme Folgen haben. So hoben zum Beispiel Hacker im Februar 2020 durch eine Preismanipulation 1 Million US-Dollar von der bZx-Börse ab. Die bZx-Börse stützte sich auf ein einziges Kyber-Oracle. Die Arbeit von dezentralisierten Oracles schließt solche Hacking-Möglichkeiten aus, da sich Oracles gegenseitig überprüfen und einen Konsens erzielen. So kann das Hacken eines Oracles dazu nicht führen, dass den Empfängern falsche Daten geliefert werden.

Das Chainlink-Team kündigt immer mehr neue Partnerschaften mit Unternehmen an, auch mit „traditionellen“ Organisationen wie SWIFT, Oracle und Google. Jede Woche gibt das Projekt eine weitere Partnerschaft bekannt. Im DeFi-Umfeld hat das Projekt bereits mehrere hundert Partner, und ihre Zahl wächst ständig. Das Chainlink-Projekt hat es rechtzeitig geschafft, eine vorteilhafte Nische im DeFi-Umfeld zu besetzen, und nutzt sie bisher aktiv aus. Auf Chainlink greifen Landing-Protokolle, Liquiditätsaggregatoren, Vorhersagemärkte usw. zu.

Im Oktober letzten Jahres wurde Chainlink Partner des chinesischen „Internet der Blockchains“ BSN – Blockchain-based Service Network. Dies ist ein groß angelegtes und wegweisendes Projekt, das es vielen Entwicklern ermöglicht, in die Kryptoindustrie einzusteigen und ihre eigenen Blockchains zu entwickeln. Und gerade Chainlink wird in diesem Projekt der Datenanbieter. Dies wird die Popularität des LINK-Tokens weiter stärken und sein Preiswachstum treiben.

Tatsächlich ist Chainlink zu diesem Zeitpunkt zum Industriestandard für dezentralisierte Oracles und ein Monopol in dieser Nische geworden. Die Lösung, die das Projekt bietet, kann den DeFi-Anwendungsumfang erweitern und Impulse für die Entwicklung neuer Projekte in dieser Branche geben. Am Wachstum des Tokenpreises besteht kein Zweifel; Die Frage ist nur, wie stark es sein wird. Natürlich wird das Projekt auch Konkurrenz bekommen.

Seltsamerweise kann die Entwicklung des Netzwerks selbst der LINK-Token beeinflussen, oder genauer gesagt sein Wert. Hier ist die Sache. Im Chainlink-Netzwerk gibt es zwei Hauptakteure: Datenkonsumenten und Datennbieter, d.h. Oracles. Die Oracles haben Interesse an der LINK-Preiserhöhung, sodass sie mehr Geld für ihre Arbeit erhalten. Datenkonsumenten hingegen möchten LINK zu einem möglichst niedrigen Preis sehen, da sie für die erhaltenen Daten mit Token bezahlen müssen. Wir sehen also eine paradoxe Situation, wenn die beiden Hauptparteien den Preis des Hauptvermögens im Chainlink-Netzwerk völlig unterschiedlich betrachten, und dies ist keineswegs ein Win-Win-Prinzip. Ist der Token-Preis zu hoch, sind Datenkonsumenten gezwungen, das Projekt zugunsten von Mitbewerbern zu verlassen oder eigene Lösungen zu entwickeln. Die Entwickler haben also viel zum Nachdenken.

Anscheinend wird der LINK-Token zusammen mit der gesamten Kryptosphäre und insbesondere der DeFi-Sphäre wachsen. Mit jedem neuen Projekt, das Chainlink beitritt, gewinnt das Projekt an Gewicht und Wert. Da Chainlink andererseits vorerst auf Ethereum läuft, ist es von seinen Transaktionskosten betroffen und stößt auch auf Skalierungsschwerigkeiten.

Das Projekt gerät auch durch die Konkurrenz seitens anderer Projekte und eigener Lösungen von DeFi-Protokollen unter Druck. Die Entwickler sollen ihre eigene Blockchain für die Verarbeitung von Transaktionen ausarbeiten (also auf Ethereum verzichten) und die Situation mit dem LINK-Token lösen.

Andererseits hat das Projekt noch keine starken Konkurrenten, und es gibt ihm eine gewisse Zeit für die Lösung seiner „Skalierungsprobleme“.

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Katharina Haas

Als ich 2017 meine Tätigkeit in der Kryptosphere anfing, wussten 95% der Leute fast nichts davon. Ehrlich gesagt hat sich seitdem nicht viel geändert. Allerdings scheint es Licht am Ende des Tunnels zu geben. Und ich bin gerne dabei.

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