Was ist Monero? XMR einfach erklärt

Mi 24 Nov 2021 ▪ 11h49 ▪ 10 Minuten Lesezeit - von Katharina Haas

Monero ist eine Kryptowährung, deren Hauptmerkmal in Anonymität liegt. Sie hieß ursprünglich BitMonero, wurde aber später in Monero umbenannt (was auf Esperanto „Münze“ bedeutet). Monero ist seit 2015 an Börsen gehandelt; damals betrug der Kurs 0,49 USD pro Token. Der höchste Preis von Monero wurde im Januar 2018 bei 484 US-Dollar verzeichnet. Seitdem ist der Token nie wieder auf seinen maximalen Wert gestiegen, obwohl er nahe daran war (jetzt beträgt sein Kurs 270 US-Dollar).

Geschichte von Monero

Monero (Ticker XMR) wurde 2014 basierend auf dem CryptoNote-Protokoll eingeführt. Es ist eine Fork der Bytecoin-Kryptowährung (nicht zu verwechseln mit Bitcoin) und wurde geschaffen, um die Nachteile von Bitcoin zu vermeiden, vor allem die mangelnde Anonymität bei der Durchführung von Transaktionen. Monero hat dieses Problem mit Instrumenten wie Ring Signatures (Ringsignaturen) und Stealth-Adressen angegangen.

Monero-Blockchain

Wie Bitcoin arbeitet das XMR-Netzwerk nach dem Proof-of-Work-Konsens. Aber im Gegensatz zu Bitcoin ist das Emissionsvolumen bei Monero nicht begrenzt, für jeden Block erhalten jedoch die Miner nun einen relativ kleinen Betrag (wenn wir den Preis und die Zahl von Coins in der Blockbelohnung berücksichtigen). Anfangs wurden 18,4 Millionen XMR ausgegeben, und jetzt erhalten Miner 0,6 XMR für jeden Block. Dank Mining funktioniert das Netzwerk weiter und hört nicht auf. Die Blockchain basiert auf dem CryptoNote-Protokoll, das wiederum die Ringsignaturtechnologie verwendet.

Merkmale von Monero

Das Hauptmerkmal von XMR ist die Anonymität. Bei Bitcoin zum Beispiel werden alle Transaktionen in der Blockchain gespeichert, und mit dem Block-Explorer können alle Informationen zur BTC-Adresse eingesehen werden, nämlich den Geldbetrag für Überweisungen von und zu der Adresse, Adressen von Gegenparteien, Überweisungszeiten usw. Bei Monero gibt es so etwas nicht — das Netzwerk verbirgt die Adressen von Gegenparteien, Überweisungsbeträge und Unterschriften. So können Sie auf Wunsch alle Ihre Transaktionen ganz einfach vor „neugierigen Blicken“ verbergen.

Ein weiteres interessantes Feature von XMR ist die dynamische Skalierbarkeit – bei Monero ist es möglich, die Blockgröße abhängig davon, wie stark das Netzwerk zum Zeitpunkt belastet wird, zu ändern. In der Bitcoin-Blockchain ist beispielsweise die Blockgröße auf 4 MB begrenzt, was sich auf die Netzwerkgeschwindigkeit und die Blockverweilzeit auswirkt (bei hoher Last erhöht sich die Zeit). Monero setzt ein anderes Prinzip um: Es gibt keine vordefinierte Blockgröße, wodurch bei hoher Netzwerklast mehr Transaktionen in einem Block eingeschrieben werden können. Dadurch wird wiederum die Verlängerung der Zeit für das Mining eines Blocks und für die Verarbeitung von Transaktionen vermieden.

Wie die Community Monero wahrnimmt

Natürlich ist XMR viel anonymer als Bitcoin. Darüber hinaus können Transaktionen in Monero nicht zurückverfolgt werden, was die Strafverfolgungsbehörden erschreckt (und Menschen, die etwas zu verbergen haben, freuen sich im Gegenteil darüber). Im Jahr 2019 sagte Europol, dass sie Transaktionen in Bitcoin und Ethereum verfolgen kann, deshalb kann man sich damit „befassen“. Sicher gibt es Mixer im Bitcoin-Netzwerk, die Geldflüsse von BTC verschleiern, aber auch in ihnen werden Transaktionen verfolgt. Es ist schwieriger, aber noch möglich. Aber bei Monero ist es laut Europol nicht einfach. Es ist unmöglich herauszufinden, wer wie viel Geld irgendwohin überwiesen hat. Somit gibt es in der Kryptowelt eine Münze, die alles vor neugierigen Blicken verbergen kann.

Aber trotz seiner Anonymität ist XMR bei Kriminellen nicht die beliebteste Kryptowährung. Laut vielen Studien ist dies der gute alte Bitcoin.

So bewahrt man XMR

Um XMR zu bewahren, können Sie entweder Ihre eigene Monero GUI Wallet als Software, oder die Online MyMonero Wallet, oder die USB Monero Cold Wallet Generator verwenden. Die letztere Wallet ist vorzuziehen, da sie in Bezug auf die Wahrscheinlichkeit, gehackt zu werden, am sichersten ist.

Monero Stealth-Adresstechnologie

Eine der Besonderheiten der Monero-Blockchain sind die sogenannten Stealth-Adressen. Was sind sie?

Monero hat zunächst das Konzept der „Ausgänge“ (Exits). Die Werte an diesen Ausgängen sind tatsächlich die XMR-Token. Besitzt der Benutzer die Token, dann kontrolliert er diese Ausgänge. Bei der Überweisung von Geldern von einem Benutzer an einen anderen werden die Ausgang-Werte des Absenders den Ausgang-Werten des Empfängers zugewiesen. Mit anderen Worten, eine Monero-Transaktion ist eine Übertragung von Ausgängen von einem Benutzer zu einem anderen.

Eine Stealth-Adresse ist ein einmaliger öffentlicher Schlüssel, der bei jeder Transaktion generiert wird. Es wird automatisch erstellt und enthält Informationen darüber, an wen (an welche Adresse) Gelder überwiesen werden. Gleichzeitig kann ein externer Beobachter nicht wissen, von wem und an wen Token übertragen werden, und er Ausgang, den der Empfänger erhält, hat keine offene Verbindung mit der Adresse des Empfängers. Allerdings kann der Absender in seiner Wallet sehen, an wen er das Geld geschickt hat.

Nun führen wir ein paar technische Informationen an, die aber wichtig sind, um die Anonymität in Monero zu verstehen.

Die Monerowallet besteht aus einem 95 Stellen langen Schlüssel, der den Public View Key (öffentlichen Ansichtsschlüssel) und den Public Send Key (öffentlichen Sendeschlüssel) enthält. Wenn Sie Geld vom ersten Benutzer (B1) zum zweiten Benutzer (B2) überweisen, erstellt die B1-Wallet mit diesen B2-Wallet-Schlüsseln und Zufallszahlen die Stealth-Adresse, um einen neuen Ausgang bei B2 zu erstellen. Diese einmalige Stealth-Adresse ist in der Blockchain zu sehen, kann aber nicht auf Gegenparteien verweisen. Nur die B1 und B2-Benutzer wissen, dass zwischen ihnen eine Transaktion stattgefunden hat.

Der Ausgang von B2 wird so erstellt, dass der Benutzer anhand seines Private View Key feststellen kann, dass der Ausgang, und damit der Token wirklich ihm gehört. Nachdem die B2-Wallet seinen Ausgang in der Blockchain findet und „erkennt“, kann B2 einen einmaligen Private Key erstellen, der einem einmaligen Public Key entspricht. Man braucht ihn, um diesen Ausgang (Token) mit seinem Private Key für Überweisungen weiter zu senden (d. h. eine neue Transaktion durchzuführen). Und all diese Operationen werden ausgeführt, ohne an die Monero-Wallet gebunden zu sein, d. h. an den 95-stelligen Schlüssel! Somit sind Transaktionen in Monero nicht mit Wallet-Adressen verknüpft und können nicht durch der Blockchain nachverfolgt werden.

Ringsignaturen in Monero

Die Anonymität des Absenders bei Monero-Transaktionen wird durch Ringsignaturen gewährleistet. Eine Ringsignatur (Ring Signature) ist eine digitale Signatur, bei der eine Gruppe von Unterzeichnern eine einzigartige Signatur erstellt, die eine Transaktion autorisiert.

Dies ist vergleichbar mit einem gemeinsamen Bankkonto, bei dem ein Scheck für eine Transaktion von einer Personengruppe unterschrieben wird, es bleibt jedoch unbekannt, wer genau aus dieser Gruppe den Scheck unterschrieben hat. An einer digitalen Ringsignatur nehmen mehrere Unterzeichner teil: der eigentliche Geldabsender (genauer gesagt sein einmaliger Public Key) und andere Benutzer, die entweder Empfänger oder Absender von Geldern sind. Alle von ihnen (sowohl der Absender als auch andere Benutzer) bilden einen „Ring“, und die Transaktion wird im Namen dieses Rings und nicht im Namen des Geldabsenders unterzeichnet. Andere Benutzer spielen im Ring die Rolle eines „Köder“-Ziels, also eines falschen Ausgangs. Gleichzeitig mit dem Ausgang der Absender-Wallet bilden sie ihre Eingänge für die Transaktion, wobei alle diese Eingänge gleich und nicht voneinander zu unterscheiden sind. Die Wallet des Empfängers erkennt darunter den korrekten Eingang und erstellt daraus seinen Ausgang (d. h. um seiner Wallet Token zuzuordnen).

Moneros aktuelle Lage in der Welt der Kryptowährungen

Der Autor dieser Zeilen hat im Herbst 2017 die Kryptowelt kennengelernt. Dann klangen in der Krypto-Community die Namen Bitcoin, Ethereum, ZCash, Dash und Monero. Das waren die Kryptopioniere, die für viele zum Fenster in die Kryptowelt geworden sind. Heutzutage sind nur Bitcoin und Ethereum zu hören, und andere anonyme Währungen finden keinen Platz unter den Schlagzeilen.

In den Jahren 2018 und 2019 haben einige Online-Kryptowährungsbörsen den Austausch von Monero und anderen anonymisierten Token eingestellt. Zu solchen Plattformen gehörten damals UpBit und Coincheck.

Anfang dieses Jahres, am 1. Januar 2021, hat eine der größten Börsen, Bittrex, auch XMR, Zcash und Dash dekotiert. Diese Entscheidung wurde von der japanischen Agentur für Finanzdienstleistungen beeinflusst, die einen harten Kurs einschlug, um anonyme Kryptowährungen aus dem Rechtsbereich auszuschließen.

So können wir sehen, dass XMR bei Krypto-Enthusiasten nicht sehr beliebt ist, obwohl das gleiche Grayscale Investments Unternehmen einen Trust auf Basis von Monero ins Leben gerufen hat.

Seit 2018 konnte der Coin seinen Höchststand nicht erneuern und wird bei 430 US-Dollar gehandelt.

XMR kann eher als „Nischenprodukt“ bezeichnet werden, das speziell für den Zweck entwickelt wurde, die Transaktionen anonym abzuwickeln. Es scheint, dass das Projekt weiterleben und der XMR-Token im Preis steigen wird, aber es verblasst vor dem Hintergrund der Blütezeit von DeFi und immer neuer (und interessanter) Projekte in der Kryptosphäre, und bleibt nur am 26. Linie in Bezug auf die Marktkapitalisierung. Die glorreichen Tage für Monero sind vorbei, und höchstwahrscheinlich wird es den Investoren nicht mehr so hohe Renditen bringen, wir es andere Projekte machen können. Als Anonymisierungstool ist es jedoch bis heute eine ausgezeichnete Wahl.

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Katharina Haas

Als ich 2017 meine Tätigkeit in der Kryptosphere anfing, wussten 95% der Leute fast nichts davon. Ehrlich gesagt hat sich seitdem nicht viel geändert. Allerdings scheint es Licht am Ende des Tunnels zu geben. Und ich bin gerne dabei.

HAFTUNGSAUSSCHLUSS

Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten, Gedanken und Meinungen gehören ausschließlich den Verfassern und sollen nicht als Investitionsberatung verstanden werden. Führen Sie Ihre eigenen Recherchen durch, bevor Sie eine Investitionsentscheidung treffen.

Kurs und Indizes

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